Förderkriterien des GründachPLUS Programms

Das Förderprogramm dient der Herstellung hochwertiger und nachhaltig wirksamer Dachgrünanlagen. Der Berliner Senat verfolgt hiermit den strategischen Ansatz, das Berliner Stadtgrün resilient und zukunftsfähig zu machen.

Allgemeine Fördervoraussetzungen und Zuwendungsbestimmungen

  • Es werden ausschließlich noch nicht begonnene Vorhaben gefördert. Als Beginn der Herstellung des Gründachvorhabens gilt der Abschluss eines Lieferungs- und Leistungsvertrages.
  • Dachbegrünungen auf Asbest- und PVC-haltigen Dachabdeckungen sind nicht förderfähig. Diese Materialien dürfen auch nicht für die Herstellung der Grünfläche genutzt werden.
  • Ein wirtschaftlicher und sparsamer Mitteleinsatz sowie die technische und ökologische Sinnhaftigkeit der Maßnahme sind zu gewährleisten.
  • Vergaben an ausführende Unternehmen mit einem Wert von über 50.000 EUR müssen ordnungsgemäß ausgeschrieben werden.
  • Die Ausführung von Fremd- und Eigenleistungen muss durch Personen mit entsprechender Qualifikation auf fachgerechte Weise erfolgen.
  • Bewilligte Maßnahmen müssen innerhalb eines Jahres begonnen werden.
  • Der Abschluss eines Vertrages über die Fertigstellungspflege ist mit einem Fachbetrieb abzuschließen und nachzuweisen.
  • Geförderte Maßnahmen müssen mindestens 10 Jahre ab Fertigstellung in einem gepflegten und funktionsfähigen Zustand gehalten werden.
  • Alle Maßnahmen müssen in Einklang mit sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorgaben bspw. des Bauordnungsrechts und des Denkmalschutzrechts in Einklang sein. Behördliche Genehmigungen für die Errichtung und Herstellung der Gründächer sind einzuholen und durch eine anschließende Eigenerklärung zu bestätigen.
  • Für die Statik sowie die Absturzsicherung der jeweiligen Gründächer hat die antragstellende natürliche oder juristische Person Fürsorge zu tragen.
  • Das Dachbegrünungsvorhaben darf nicht zu einem Anstieg der Mietpreise im betreffenden Gebäude führen. Kosten dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden.

⇒ Ausführliche Informationen zu den Fördervoraussetzungen befinden sich in der Richtlinie (Nr. 5)


Qualitative ökologische Förderbedingungen

Als Maßstab für die Planung, Umsetzung und Instandhaltung der Dachgrünanlagen dienen die FLL Dachbegrünungsrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V..

⇒ Mehr zu den FLL Dachbegrünungsrichtlinien

  • Im Rahmen der Regulären Förderung anteilig bezuschusste Gründach-Vorhaben müssen eine Vegetationstragschicht von mindestens 10 cm aufweisen.
  • Es muss jeweils eine Vegetationsfläche von mindestens 100 m² erschaffen werden.
  • Die Pflege und die Erhaltung der Grünflächen sind sicherzustellen.
  • Bei Green Roof Lab Projekten muss diese Tragschicht deutlich über 10 cm hoch sein.

Anforderungen an den Aufbau der Vegetationsflächen

Extensiv- und Intensivbegrünungen werden ausschließlich in mehrschichtiger Bauweise gefördert. Die Extensivbegrünung findet überwiegend für die Reguläre Förderung und die Intensivbegrünung für das Green Roof Lab Anwendung.

  • Extensive Dachbegrünungen sind naturnah angelegt, bestehen bspw. aus Kräutern, Moosen und Gräsern und erhalten sich weitgehend selbst. Extensive Dachbegrünungen müssen eine Vegetationstragschicht von mindestens 10 cm aufweisen.
  • Intensive Begrünungen sind aufwendige Begrünungen mit Stauden, Sträuchern, Rasenflächen und auch Bäumen. Bei intensiven Begrünungen beläuft sich die Höhe der Vegetationsschicht auf mindestens 12 cm.

Der Wirksamkeit der Wasserrückhaltung kommt im Kontext der Dachbegrünung besondere Beachtung zu. Sie möchten mehr über den mehrschichtigen Aufbau sowie das Regenwassermanagement eines Gründachs erfahren? Die Regenwasseragentur beantwortet Ihnen gern Ihre Fragen.

⇒ Mehr zur Berliner Regenwasseragentur


Rechtsgrundlagen der Förderung

Die Vergabe der Fördermittel aus dem Programm GründachPLUS erfolgt auf Maßgabe der Richtlinie „1000 grüne Dächer“ von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK).

Weiterhin finden die Paragraphen § 23 und § 44 der Landeshaushaltsordnung (LHO), die hierzu erlassenen Ausführungsvorschriften und die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zu Projektförderungen (ANBest-P) Anwendung.

Ein grundsätzlicher Anspruch auf Gewährung von Fördermitteln besteht nicht. Die zuständige IBB Business Team GmbH entscheidet hierüber auf Basis ihres pflichtgemäßen Ermessens und im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel.

Der Charakter des Förderprogramms als De-minimis Beihilfe

Das Förderprogramm „GründachPLUS“ gilt als De-minimis-Beihilfe nach der EU Verordnung 1407/2013 vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfe. 

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⇒ Weitere Informationen zu den benötigten Antragsdokumenten